about

10.April 2019 – doors 19:00 – concerts start 19:30 sharp!

REAKTOR – Geblergasse 40 – 1170 Wien

Eintritt: € 10,- / 7,-

VVK: www.reaktor.art

complicities #2

Komplizenschaft: In diesem schönen Wort fächern sich doppeldeutige Bedeutungsassoziationen auf: gefährlich/vertraut, anrüchig/intim, lügennah/wahrheitsfest. So leben wir auch, lassen uns nichts gefallen und verstehen Komplizenschaft als Ausdruck von solidarischem Handeln. Unsere Musik ist Teil dieses Kampfes um eine souveräne Existenz.

Die Kulturtheoretikerin Gesa Ziemer hat den Begriff der Komplizenschaft als eine produktive Arbeitsform umgedeutet, die in neuen Arbeitswelten, im Alltag und in Bezug auf neue Formen künstlerischer Autorschaft verwendet wird. In ihrem Sinne ist Komplizenschaft eine kollektive Praxis, durch welche eine kleine Gruppe legal – meist in kreativen Umgebungen – interessengesteuert und temporär ein Ziel verfolgt und durchsetzt. Komplizenschaft unterscheidet sich organisationstheoretisch von anderen Kollektivierungsformen wie Teamwork, Allianz, Netzwerk oder Mafiastrukturen.

11 Regeln der Komplizenschaft (nach Gesa Ziemer)

1.    … agieren nie alleine, sie sind mindestens zu zweit.
2.    … erscheinen nicht als solche, sondern als EinzelgängerInnen.
3.    … suchen sich nicht, sie finden sich.
4.    … agieren taktisch, weniger strategisch.
5.    … verwandeln Unsicherheit in Lust und folgen Affekten, weniger Emotionen.
6.    … entfalten Kreativität durch diese Lust: am Ungewissen, Risiko und Spiel.
7.    … achten auf das Informelle und kommunizieren auf anderen Wegen.
8.    … sind kühl und leidenschaftlich zugleich (ähnlich wie Liebende)
9.    … verfolgen ein gemeinsames Interesse, das beiden (allen) Nutzen verschafft.
10.    … sind ein Beispiel für die Kraft des Schwachen.
11.    … spielen mit der Macht.